Verbessert Achtsamkeitsmeditation auch das Wohlbefinden des Partners?

Verbessert Achtsamkeitsmeditation auch das Wohlbefinden des Partners?

Die Praxis der Achtsamkeitsmeditation kommt nicht nur denen zugute, die sie ausüben. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich die Vorteile auch auf die Liebespartner erstrecken, die selbst nicht meditieren. Über acht Wochen hinweg nahmen Paare an einem Experiment teil, bei dem ein Partner entweder einen Achtsamkeitskurs oder einen Kurs über positive Psychologie besuchte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Partner derjenigen, die den Achtsamkeitskurs besuchten, mit der Zeit weniger negative Emotionen empfanden. Darüber hinaus entwickelten diese Partner eine erhöhte Fähigkeit, nicht impulsiv auf ihre Gedanken oder Emotionen zu reagieren – ein zentraler Aspekt der Achtsamkeit, der als Nicht-Reaktivität bezeichnet wird.

Nicht-Reaktivität bezieht sich auf die Fähigkeit, innere Erfahrungen zu beobachten, ohne sich von ihnen mitreißen zu lassen. Diese Kompetenz scheint eine zentrale Rolle bei der Übertragung der Vorteile der Meditation innerhalb der Partnerschaft zu spielen. Die Forscher stellten fest, dass an Tagen, an denen der meditierende Partner Nicht-Reaktivität zeigte, sein Partner am nächsten Tag weniger negative Emotionen spürte. Dieses Phänomen wurde nicht bei Paaren beobachtet, bei denen der Partner einen Kurs über positive Psychologie besuchte, obwohl dieser ebenfalls Konzepte zum Wohlbefinden behandelt.

Liebesbeziehungen sind oft durch eine gegenseitige emotionale Regulation geprägt. Wenn einer der Partner lernt, seine Emotionen durch Meditation besser zu steuern, wirkt sich dies positiv auf die Stimmung des anderen aus. Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten wurden im Laufe der Wochen seltener, unabhängig von der Art des besuchten Kurses. Allerdings ermöglichte nur der Achtsamkeitskurs den nicht meditierenden Partnern, ihre eigene Nicht-Reaktivität zu verbessern, was darauf hindeutet, dass diese Praxis ein stabileres emotionales Klima in der Partnerschaft fördert.

Diese Beobachtungen bestätigen, dass Achtsamkeit als Beziehungshilfe wirken kann. Sie hilft nicht nur, Spannungen zu reduzieren, sondern schafft auch eine Umgebung, in der sich beide Partner gelassener fühlen. Die Effekte beschränken sich nicht auf ein besseres Stressmanagement: Sie verändern allmählich die Dynamik der Partnerschaft, machen die Interaktionen weniger reaktiv und gelassener. Diese Ergebnisse eröffnen Möglichkeiten, Meditation als Werkzeug zur Unterstützung von Beziehungen einzusetzen, selbst wenn nur ein Partner sie ausübt.


Informations et sources

Référence de l’étude

DOI : https://doi.org/10.1007/s12671-026-02800-2

Titre : Mindfulness in Relationships: Eight-Week Mindfulness Intervention Associated with Decreased Negative Emotion and Increased Nonreactivity in Non-meditating Romantic Partners

Revue : Mindfulness

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Christopher May; Rhoda Schuling; Liv Ziegfeld; Neena Haneen Abou El Hessen; Amber Bunting; Fanni Kleilein; Brian Ostafin; Marieke van Vugt

Speed Reader

Ready
500